Ju-Jutsu

1967 wurden Mitglieder des Deutschen Dan-Kollegium damit beauftragt, Techniken aus Jiu Jitsu, Judo, Karate, Aikidō und anderen Kampfsportarten zu einem neuen Selbstverteidigungssystem zusammenzustellen. Auftraggeber war das Bundesinnenministerium, das für Polizei, Zoll, Justiz und Streitkräfte ein effektives, stiloffenes und stilübergreifendes System der waffenlosen Selbstverteidigung suchte. So fasste man aus den erwähnten Kampfkunststilen diejenigen Techniken zusammen, die für die tägliche Praxis dieser Berufsgruppen am besten erschienen. Da die „sanften“ Techniken gegenüber Tritten und Schlägen überwogen, nannte man das Ganze „Sanfte Kunst“, Ju-Jutsu.

1969 wurde das neue Ju-Jutsu dann in Deutschland eingeführt. Es geht nicht mehr vom Angriff aus, sondern primär von den Verteidigungstechniken. Alle Verteidigungstechniken sind gegen mehrere Angriffsarten anwendbar. Im Ju-Jutsu sind altbewährte Erkenntnisse vieler Kampfsportarten, aber auch neue Erkenntnisse, unter dem Grundsatz „aus der Praxis für die Praxis“ zu einer modernen und sehr effektiven Selbstverteidigung zusammengeführt worden. Weil auch die Sicherheitsbehörden erkannt hatten, dass Ju-Jutsu sehr praxisnah und wirkungsvoll war, wurde es bei den Polizeien der Länder und des Bundes dienstliches Ausbildungsfach.

Die Kenntnisse von verschiedenen Zweikampfsystemen haben sich in den vergangenen Jahren stark erweitert. Unter der Leitung von Bernd Thomsen (Hillebrand) hat eine Kommission im Jahr 2000 eine Überarbeitung des Ju-Jutsu durchgeführt. Nach der Prämisse: „Immer das Beste aus den bekannten Kampfsystemen zu adaptieren,“ kamen nun auch Einflüsse aus nicht-japanischen Kampfsportarten zum Ju-Jutsu hinzu und wurden in ein methodisch strukturiertes System angepasst.

Durch diese Reformierung wurde beispielsweise auch die Messer- und Stockabwehr zum Großteil den philippinischen Kampfkünsten entnommen.

Für diejenigen, die sich auf sportlicher Ebene miteinander messen wollen, bietet Ju-Jutsu zudem verschiedene Wettkampfsysteme.

Die am weitesten verbreiteten Systeme Fighting und Duo unterscheiden sich in erster Linie darin, dass beim Fighting klassisch „Mann gegen Mann“ gekämpft wird. Beim Duo geht ein Kämpferpaar an den Start und präsentiert gemeinsam einstudierte Selbstverteidigungskombinationen, die (vergleichbar dem Eiskunstlauf) von fünf Kampfrichtern mit einem bis zehn Punkten bewertet werden.

Ju-Jutsu Allkampf war seit den 70er Jahren das offizielle Wettkampfsystem des Ju-Jutsu. 1998 wurde es im DJJV durch das JJ-Fighting ersetzt und findet seitdem außerhalb des DJJV und im Vollkontakt statt.

Das vom BJJ abgeleitete Ne-Waza heißt so viel wie Bodenkampf. Hierbei  wird mit Festhaltetechniken gepunktet oder der Sieg durch Submission des Gegners errungen.

Quellen:
http://ju-jutsu.de/breitensport/ju-jutsujiu-jitsu/ursprunggeschichte
http://de.wikipedia.org/wiki/Ju-Jutsu